Das Netzwerk gegen Kinderarmut Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt lebt jedes vierte Kind in einem von Armut betroffenen Haushalt. Zur Definition von Armut wird in Deutschland die Wirtschaftsstatistik herangezogen. Demnach gilt als armutsgefährdet, wer über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung verfügt. Gerade Kinderarmut muss jedoch darüber hinaus unter dem Aspekt sozialer Entwicklungsmöglichkeiten betrachtet werden. Betroffene Kinder haben nachweislich bedeutend schlechtere Chancen auf Bildung, auf eine gesunde Entwicklung sowie auf gesellschaftliche Teilhabe. Das trägt zu oft dazu bei, dass Armut kein vorübergehendes Phänomen ist, sondern sich wie ein roter Faden durch den gesamten Lebenslauf zieht.

Das Netzwerk hat sich in Sachsen-Anhalt im Juni 2017 gegründet, um das Engagement der Zivilgesellschaft, der Kirchen, der Politik und der Wissenschaft gegen Kinderarmut zusammenzuführen. Gemeinsames Ziel ist es, das Thema verstärkt in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken und Chancengleichheit zum Wohl jedes Kindes in unserem Bundesland anzustreben. Dafür ist die Schaffung eines breiten gesellschaftlichen Konsenses nötig, um Handlungsempfehlungen gegen Kinderarmut zu erarbeiten und in Kooperation mit Verantwortlichen und Institutionen auf unterschiedlichen politischen Ebenen umzusetzen.

Wir orientieren uns an Werten und Zielen der UN-Menschenrechts- und -Kinderrechtskonventionen. Den zentralen Wert nimmt auch darin die Menschenwürde als Grundlage eines einheitlichen Menschseins ein, zu deren Unantastbarkeit wir uns ausdrücklich bekennen.

Strukturen ändern, Chancen sichern: Forderungskatalog gegen Kinderarmut

Im Vorfeld der Landtagswahl 2026 hat das Netzwerk gegen Kinderarmut Sachsen-Anhalt eine offene Umfrage gestartet: Welche politischen Maßnahmen braucht es, um Kinderarmut zu verringern und Chancengleichheit zu stärken? Aus zahlreichen Rückmeldungen aus Praxis, Zivilgesellschaft und Fachöffentlichkeit ist ein Forderungskatalog entstanden, der konkrete Handlungsansätze für die Landespolitik formuliert.

Videobotschaft des 1. FC Magdeburg

In ihrer Videobotschaft sprechen Christian Titz, Trainer des 1. FCM, und Dr. Jörg Biastoch, Präsident des 1. FCM, darüber, warum Kinderarmut ein wichtiges gesellschaftspolitisches Thema ist, das nicht ignoriert werden darf und was getan werden kann und muss, um Kinderarmut zu bekämpfen.

Netzwerk-Partner:innen

Unser Netzwerk vereint engagierte Akteure aus vielfältigen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens – Menschen und Institutionen, die sich gemeinsam gegen Kinderarmut stark machen und die Lebensbedingungen von benachteiligten Kindern nachhaltig verbessern wollen.
Gemeinsam setzen wir uns für eine solidarische Gesellschaft ein, in der jedes Kind die gleichen Chancen auf eine gesunde und glückliche Zukunft hat. Auf unserer Internetseite erfahren Sie mehr über die Arbeit unserer Mitglieder und die aktuellen Projekte unseres Netzwerks.

Mitglied des Netzwerks werden

Wir freuen uns über jeden Akteur, der sich unserem Netzwerk anschließt, um gemeinsam Kinderarmut zu bekämpfen und die Zukunft unserer Kinder zu sichern! Wenn Sie Mitglied des Netzwerks gegen Kinderarmut in Sachsen-Anhalt werden möchten, füllen Sie bitte das nachfolgende Formular aus.

Unsere Ziele

K – wie konsequent für Chancengleichheit
I – wie individuelle Förderung für jedes Kind
N – wie Neugier auf das Leben fördern
D – wie demokratische Aushandlungsprozesse in Bildungseinrichtungen
E – wie Erlernen von Eigenverantwortung
R – wie Respekt vor der Herkunft eines jeden einzelnen Kindes

Gemeinsam arbeiten wir als Netzwerk an diesen Zielen, um wirksam ARMUT zu verhindern.

Termine

Fachgespräch der AG Bildung im Netzwerk gegen Kinderarmut

Am 02.07.2026

Liebe Engagierte im Netzwerk gegen Kinderarmut,
 
wir laden Sie herzlich zum nächsten Fachgespräch der AG Bildung im Netzwerk gegen Kinderarmut ein.
 
Übergänge gestalten: Von der Schule in Ausbildung
Termin: Donnerstag, 02.07.2026
Zeit: 10:00 bis 13:00 Uhr
Ort: Landtag von Sachsen-Anhalt, Domplatz 6–9, 39104 Magdeburg 
 
Im Mittelpunkt des Fachgesprächs steht die Frage, vor welchen Herausforderungen Jugendliche und Ausbildungsbetriebe beim Übergang von der Schule in Ausbildung stehen. Dabei wollen wir nicht nur auf Schwierigkeiten schauen, sondern auch auf Chancen, gelingende Praxis und konkrete Handlungsbedarfe. Denn der Weg in Ausbildung entscheidet für viele junge Menschen darüber, ob sie Sicherheit, Perspektive und einen guten Start ins Berufsleben finden. Gleichzeitig stehen auch Ausbildungsbetriebe vor der Aufgabe, junge Menschen gut zu erreichen, zu begleiten und ihnen den Einstieg in die Arbeitswelt zu ermöglichen.
 
Gemeinsam wollen wir beraten:
1.    welche Hürden Jugendliche beim Übergang von Schule in Ausbildung erleben,
2.    welche Unterstützung sie vor, während und nach dem Übergang brauchen,
3.    welche Erfahrungen Ausbildungsbetriebe machen,
4.    welche Rolle Berufsorientierung, Praxistage und Schulsozialarbeit spielen,
5.    und welche strukturellen Veränderungen notwendig sind, damit Ausbildung für mehr junge Menschen gelingt.
 
Als Gäste und Diskutant:innen sind unter anderem angefragt:
1.    Jobcenter Harz
2.    Katy Löwe (Geschäftsführerin „IdeenGut“)
3.    Dr. S. Göckel, ehemaliger Schulleiter und Botschafter für Praxistage und Berufsorientierung bei der Harz AG
 
Wir freuen uns, wenn wir gemeinsam mit Ihnen vor der Sommerpause noch einmal auf die Frage schauen, wie der Übergang von Schule in Ausbildung besser gelingen. Bitte geben Sie uns bis 26.06.2026 kurz Rückmeldung (an GittaSusann.Hartenstein-Wiermann@dielinke.landtag-lsa.de), ob Sie am Fachgespräch teilnehmen können.